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Von Jan Nordh, Nordh Executive Search – Executive Headhunter für IT & Cybersecurity Sales in der DACH-Region
Weniger bewerben. Mehr gefunden werden.
Die LinkedIn-Strategie, die Recruiter in DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) tatsächlich nutzen
Viele erfahrene GTM- und Vertriebsprofis beobachten derzeit dasselbe frustrierende Muster: starke Erfolgsbilanz, namhafte Kundenlogos, echte Erfolge – und dennoch weniger Anfragen, weniger Vorstellungsgespräche und spürbar weniger Resonanz auf Bewerbungen.
In den meisten Fällen liegt das Problem nicht an der Kompetenz. Es liegt an der Sichtbarkeit und Positionierung.
In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und zunehmend auch in den nordischen Ländern hat sich LinkedIn zum primären Sourcing-Kanal für Talent Acquisition und Executive Search entwickelt. Recruiter lesen Profile nicht wie einen Lebenslauf. Sie durchsuchen sie wie eine Datenbank – und überfliegen sie dann in Sekundenschnelle.
Wenn LinkedIn (und der Recruiter) nicht innerhalb der ersten 5–10 Sekunden versteht, was Sie tun, werden Sie nicht abgelehnt. Sie werden einfach übersehen.
LinkedIn ist das „Google für Recruiter“ (Besonders in DACH)
Machen wir es praktisch.
Recruiter tippen keine poetischen Suchanfragen ein. Sie tippen funktionale Begriffe ein:
„Sales Director SaaS München“
„Account Executive Cybersecurity DACH“
„Enterprise AE Cloud Security“
„PreSales / Solutions Engineer Security“
„GTM Director Nordics“
Das ist die Realität des modernen Sourcings: Exakte Treffer schlagen Kreativität.
Wenn Ihr Profiltitel „Commercial Growth Leader“ lautet, während der Markt nach „Sales Director“ sucht, mögen Sie zwar exzellent sein – aber Sie sind schwerer zu finden. Recruiter haben keine Zeit, Ihr Profil zu entschlüsseln. Sie ziehen weiter.
Wichtigste Erkenntnis: Sie gewinnen, indem Sie verstanden werden, nicht indem Sie „einzigartig“ sind.
Die 10-Sekunden-Regel: Wie Recruiter entscheiden
Was die meisten Kandidaten unterschätzen: Wenn ein Recruiter auf Ihr Profil klickt, haben Sie etwa 5–10 Sekunden Zeit, um eine Frage zu beantworten:
„Ist diese Person relevant – ja oder nein?“
Das ist nicht unfair. Es ist die operative Realität.
Im Executive Search scanne ich in einer kurzen Sitzung oft 30–80 Profile. Wenn Ihre Positionierung nicht sofort klar ist, erfordert Ihr Profil kognitiven Aufwand – und Aufwand ist der Feind einer schnellen Personalsuche.
Was sofort klar sein muss
In der DACH-Region ist die Besetzung von Führungspositionen immer noch relativ konservativ und glaubwürdigkeitsorientiert. Ihr Profil muss drei Dinge sofort vermitteln:
Rolle (Sales Director, Account Executive, VP Sales, PreSales Lead, etc.)
Bereich (Cybersecurity, SaaS, Cloud, Networking, Data, etc.)
Fokus (Enterprise/Mid-Market/Public Sector, DACH/Nordics, Global Accounts, etc.)
Betrachten Sie Ihr Profil wie ein Autobahnschild: Es muss auch bei hoher Geschwindigkeit lesbar sein.
Der Beweis, dass es funktioniert: Bei Sichtbarkeit geht es nicht um „mehr Aufrufe“ – sondern um die richtigen Aufrufe
Hier ist ein echtes Praxisbeispiel aus meiner Arbeit (anonymisiert).
Ein Kandidat auf Director/VP-Ebene hat sein Profil neu positioniert – keine Neuerfindung, keine „Personal-Branding-Show“, sondern einfach nur Klarheit über Rolle, Bereich und Ergebnisse.
Innerhalb von 8 Wochen war der Effekt messbar:
57 % der Profilaufrufe kamen von der Director-Ebene und darüber
Das geografische Targeting verlagerte sich stark in Richtung DACH
Aus der Interview-Pipeline entstanden mehrere finale Runden auf VP-Ebene
Darauf kommt es an. Nicht „mehr Reichweite“.
Sondern mehr von den richtigen Entscheidungsträgern.
Der häufigste Profilfehler in DACH: Aufgaben statt Ergebnisse
Ein sehr „deutscher“ Profilstil ist nach wie vor weit verbreitet:
„Verantwortlich für…“
„Zuständig für…“
„Unterstützung bei…“
„Mitarbeit an…“
Das Problem ist simpel: Aufgaben heben Sie nicht von anderen ab. Ergebnisse schon.
Das Prinzip
Ergebnisse machen Sie glaubwürdig. Aufgaben machen Sie austauschbar.
Besonders in den Bereichen Vertrieb / GTM / Cybersecurity / Enterprise Tech brauchen Sie keine langen Texte. Sie brauchen ein paar aussagekräftige, messbare Zeilen, die zeigen, dass Sie Ergebnisse liefern.
Beispiele (ohne vertrauliche Details preiszugeben):
„Pipeline von Null in einem neuen Vertriebsgebiet aufgebaut; mehrere C-Level-Deals vorangetrieben“
„Strategische Kunden durch Abstimmung auf Führungsebene stabilisiert und ausgebaut“
„Partner-Geschäft reaktiviert; Co-Selling und gemeinsame Pipeline strukturiert“
„Forecast-Disziplin und Deal-Qualifizierung im gesamten Team verbessert“
Sie können Kundennamen weglassen. Sie können Bereiche, Prozentzahlen oder ungefähre Größenordnungen nennen. Das Ziel ist keine Prahlerei – sondern Klarheit.
Content für Führungskräfte: Keine Influencer-Show – sondern einfach „Denkweise beweisen“
Viele erfahrene Kandidaten in DACH sagen mir:
„Ich möchte nichts posten. Das fühlt sich nach Selbstdarstellung an.“
Das verstehe ich – und ich teile diese Bedenken. Aber Sichtbarkeit erfordert kein lautes Auftreten. Sie erfordert ein Signal.
Der beste Ansatz ist das, was ich „Proof of Thinking“ (Denkweise beweisen) nenne:
eine kurze Erkenntnis aus Ihrem Markt
ein Deal-Muster, das Sie immer wieder beobachten
ein typischer Einwand und wie Sie damit umgehen
eine Führungsentscheidung, die das Ergebnis verändert hat
eine gewonnene Lektion (ohne Namen von Unternehmen oder Kunden zu nennen)
Ein fundierter Post pro Woche kann schon ausreichen – weil er zeigt, dass Sie wie eine Führungskraft denken und nicht nur einen Titel getragen haben.
Ein praktischer 48-Stunden-Reset (Schnell, strategisch, realistisch)
Wenn Sie eine schnelle Wirkung erzielen wollen, ohne alles komplett umzukrempeln, konzentrieren Sie sich auf zwei Tage mit hoher Hebelwirkung:
Tag 1: Werden Sie sofort verständlich
Stellen Sie sicher, dass Ihr Slogan und die ersten Zeilen Ihres „Info“-Bereichs Folgendes vermitteln:
Rolle
Bereich
Fokus
Kein Fachjargon. Keine kreativen Titel. Eine für Recruiter verständliche Sprache.
Tag 2: Machen Sie Ihr Profil zu einem „Ergebnisprofil“
Fügen Sie 2–3 ergebnisorientierte Zeilen pro wichtiger Station hinzu – kurz, präzise, messbar.
Fügen Sie dann ein Beleg-Element im Bereich „Im Fokus“ hinzu (einfach, aber glaubwürdig):
ein kurzes Framework, einen 30-60-90-Tage-Plan, einen Vortrag, ein One-Pager, eine Case-Study-Zusammenfassung.
Woche 1: Vertrauen aktivieren
Veröffentlichen Sie einen „Proof-of-Thinking“-Post. Nicht motivierend. Nicht generisch. Eine echte Erkenntnis mit Substanz.
Das Ziel ist nicht, „LinkedIn zu bespielen“.
Das Ziel ist es, auffindbar und glaubwürdig zu sein, wenn die richtigen Personen auf Ihrem Profil landen.
Über den Autor
Jan Nordh ist Executive Search Consultant mit über 40 Jahren Erfahrung in der IT-Branche – davon mehr als 18 Jahre als Headhunter.
Bevor er 2007 Nordh Executive Search in München gründete, war er zwei Jahrzehnte im Enterprise-Vertrieb tätig und baute europaweit fünf US-Tech-Startups auf.
Heute gehört Jan zu den führenden Headhuntern für Positionen im Bereich Cybersecurity, Cloud und AI Sales in der DACH-Region.
Seine Erfolgsquote bei der Kandidatenvermittlung liegt bei über 97 %, was auf seine einzigartige Kombination aus Marktkenntnis, persönlichem Netzwerk und praktischer Erfahrung auf beiden Seiten des Einstellungsprozesses zurückzuführen ist.
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